Dieses Jahr hatten wir dank großzügigem Sponsoring unserer Chefs wieder die Gelegenheit, an der diesjährigen DevConf.cz teilzunehmen. Da einige der Talks bereits für Freitag um 09.00 Uhr morgens angesetzt waren, machten wir uns am Donnerstag nachmittags auf den Weg und die damit verbundenen 6 Stunden Autofahrt nach Brno. Nach einer kurzweiligen Fahrt erreichten wir unser Hotel am frühen Abend und begannen direkt mit der Planung der kommenden Tage. Bei dem umfangreichen Angebot an Talks ist uns die Auswahl nicht leicht gefallen!

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging es dann los. Die Konferenz wurde dann mit der Keynote "Future of Red Hat" von Tim Burke (VP, Cloud & Operating System Infrastructure Red Hat) eröffnet. Interessanterweise drehte es sich hier weniger um Red Hat selbst, als um den Paradigmenwechsel dem viele von uns gerade mit großer Neugier und Optimismus entgegen sehen. Für mich ging es im Anschluss weiter mit "Architecting Large Enterprise Java Projects", einem sehr interessanten Vortrag über den sprichwörtlichen "Tellerrand" der mein Bild des Enterprise Java Umfeldes wieder bestätigte. Für neue Projekte in diesem Bereich scheint mir Fabric8 hervorragend geeignet, um viele Herausforderungen schon im Vorfeld zu vermeiden. Ludwig begann den ersten offiziellen Vortrag mit "Foreman & Katello: automating the infrastructure thing" und war sehr gespannt, wie die Präsentation aufgebaut ist. Erfreulicherweise war seine Vorstellung und die Idee ähnlich mit dem, was hier vorgestellt wurde.

In den kommenden Stunden drehte sich dann alles um Foreman (inklusive Katello), Docker, RHEL Atomic und die Optimierungsmöglichkeiten von Containers. Insbesondere der Vortrag "Docker Security" von @rhatdan hat mich darin bestätigt, dass das Thema Sicherheit bei Docker derzeit noch ganz am Anfang steht.

Die wichtigsten Erkenntnisse des ersten Tages waren:

  • Ein Großteil der IT-Infrastruktur wird mittelfristig als Code verwaltet werden 
  • Container sind nicht die Lösung für alle Probleme 
  • Containers do not contain 
  • Dan ist ein irre lustiger und netter Typ 
  • Vagrant ist das Tool der Wahl für die Entwicklung in der OSS Community

Das Runde Ende des ersten Tages war dann für uns überraschend und ausnahmsweise nicht die Party. Die Themen des Tages haben uns so gefesselt, dass wir nachts noch lange mit leuchten Notebook Displays wach lagen und Vieles direkt ausprobiert haben. Die Party fiel uns dann wieder ein, als es längst zu spät war ... (Zwinkern)

Auch der Samstag war wieder voll gepackt mit der Crème de la Crème dessen, was Open Source derzeit zu bieten hat. Gefühlt drehte sich thematisch alles um oVirt, Puppet, Vagrant, Docker und wie diese Tools u.a. für Provisionierung und Tests effektiv genutzt werden können. z.B. in Kombination mit Jenkins. Dazu muss ich sagen: Es gibt eine unglaubliche Anzahl an Jenkins Plugins! Einen hervorragenden Überblick erhält man mit "40 great Jenkins plugins in 40 minutes" von @mirocupak. Für mich als langjährigen Fan von Vagrant und Puppet waren auch die beiden Talks von James Shubin (Config. Management Architect, Red Hat) interessant. In "Pushing Puppet (to it's limit) brachten wir Puppet über die (selbst gesetzten) Grenzen hinaus und auch aus "Quick Hacks for DevOps (with 29% more Vagrant and Puppet-Gluster!!@#!)" konnte ich einige neue Tricks mitnehmen.

Der Workshop "Diving into OpenShift v3 internals" am Nachmittags war dann die ideale Gelegenheit, uns intensiv mit dem Projekt auseinanderzusetzen. OpenStack und Kubernetes arbeiten gemeinsam intensiv daran das offen umzusetzen, was Google bereits seit Jahren intern umsetzt. Was Docker für Container bereits jetzt ist, wollen OpenStack und Kubernetes für die Verwaltung der darauf basierenden Services noch werden.

Ludwig nahm hier an der Präsentation "Bootstrapping Fedora from zero" teil, welcher leider kürzer ausgefallen war, als gedacht. Jedoch konnten hier nützliche Informationen zum Thema Fedora mitgenommen werden, da die Distribution sich 3 verschiedene Parts aufgeteilt haben: Server, Workstation und Cloud. In ca. 30 Minuten wurde hier erklärt, wie die Entwickler mit RPMs umgehen und wie der Fahrplan von Fedora definiert wird. Welche Stages diese aktuell nutzen und wie diese definiert sind.

Die wichtigsten Erkenntnisse des zweiten Tages waren:

  • Insbesondere die oVirt API ist sehr flexibel, stark im Zusammenspiel mit Foreman!
  • Puppet verliert gegenüber anderen Configuration Management Tools etwas an Boden, hier fehlt es aktuell insbesondere an Innovation 
  • Jenkins ist sehr flexibel, aber die Konfiguration kann eine Herausforderung sein 
  • OpenStack und Kubernetes sind bereits jetzt sehr mächtig und für Interessierte einen Blick wert. Nicht für Produktivumgebungen! 
  • Fedora fährt aktuell 3 Stages, soll jedoch bald mit Koji um eine Stage erweitert werden 

Last but not least möchte ich auch unbedingt auf die zahlreichen Lightning Talks hinweisen, von denen uns viele (mehr positiv, wenig negativ) überrascht haben. Viele dieser Präsentationen sind zusammen mit dem Gesamtprogramm bereits jetzt auf der Webseite der Konferenz zu finden. Glücklicherweise wurden zudem nahezu alle Vorträge aufgezeichnet und stehen im Youtube Channel von RedHatCzech zur Verfügung.